Warum der beste Rat für Führungskräfte von der Baustelle kommt — nicht aus dem Hörsaal.
Montag, 7 Uhr, Großbaustelle in Süddeutschland. Regen seit drei Tagen. Der Zeitplan rutscht.
Der Polier telefoniert mit zwei Subunternehmern gleichzeitig. Der Elektriker wartet auf den Trockenbauer. Der Trockenbauer wartet auf das Material. Der Bauleiter schreibt eine Mail, dass alles „im Plan" sei.
Ich begleite seit Jahren Führungskräfte in der Baubranche. Nirgendwo lernst du schneller, was Führung bedeutet. Keine PowerPoint rettet hier. Kein „las uns das im Jour fixe besprechen" --- der Beton wartet nicht.
Was die Baustelle lehrt: Erstens --- Entscheidungen müssen fallen, wenn sie fallen müssen. Nicht wenn alle Informationen da sind. Zweitens --- Respekt entsteht durch Kompetenz, nicht durch Titel. Der Maurer merkt in fünf Minuten, ob du weißt, wovon du redest. Drittens --- 15 Gewerke koordinieren ist crossfunktionale Teamführung. Nur ehrlicher.
Mein Hands-on-Approach kommt genau daher. Ich gehe dorthin, wo das Geld verdient wird --- ob Produktionshalle, Klinik, Lager oder Baustelle. Führung, die nur im Meetingraum stattfindet, ist keine Führung. Sie ist Verwaltung.
Die Menschen auf der Baustelle haben alles, was sie brauchen. Was sie brauchen, ist jemand, der den Rahmen schafft, in dem sie zusammenarbeiten können.
Meine Frage: Wo in deinem Unternehmen wird die echte Wertschöpfung erzeugt --- und wann warst du das letzte Mal persönlich dort?
Führen Sie sich selbst, und alles andere folgt.
— Ralf
Weitere Impulse
Schau gern in die vollständige Übersicht für mehr Gedanken aus der Serie „Führung ist kein Zuschauersport".